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Kartieranleitungen in Nordrhein-Westfalen


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Steckbrief des Biotop- und Lebensraumtypenkatalog NRW

91E0* Erlen-Eschen- und Weichholz-Auenwälder =§30

letzte Änderung: 2019-04-01 --> s. Kartierungshinweise

Dies sind Eigenschaften eines LRT, die insgesamt erfüllt sein müssen, damit ein konkreter Bestand bzw. eine Biotoptypenfläche einem Lebensraumtyp zugeordnet werden kann. Zu den Definitionskriterien gehören (Prioritätenreihenfolge): die relevanten Definitionen, die Standörtlichen Angaben, die ausschließlich zulässigen Biotoptypen, die obligat zutreffenden Eigenschaften (als Zusatzcode), die diagnostisch relevanten Arten, die typischen Syntaxa sowie die Beachtung der Abgrenzungen gegenüber verwandten Lebensraumtypen.

ist eingeschlossen in § 30 BNatSchG: (1) 4. Bruch-, Sumpf- und Auenwälder, Schlucht-, Blockhalden und Hangschuttwälder, subalpine Lärchen- und Lärchen-Arvenwälder

(Fauna-Flora-Habitat) Richtlinie 2006/105/EG DES RATES vom 20. November 2006: 91E0* Auenwälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae)

Bundesnaturschutzgesetz § 30 Gesetzlich geschützte Biotope: 4. Bruch-, Sumpf- und Auenwälder, Schlucht-, Blockhalden und Hangschuttwälder, subalpine Lärchen- und Lärchen-Arvenwälder

Interpretation Manual EU27: 91E0 * Alluvial forests with Alnus glutinosa and Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae) PAL.CLASS.: 44.3, 44.2 and 44.13
1) Riparian forests of Fraxinus excelsior and Alnus glutinosa, of temperate and Boreal Europe lowland and hill watercourses (44.3: Alno-Padion); riparian woods of Alnus incanae of montane and sub-montane rivers of the Alps and the northern Apennines (44.2: Alnion incanae); arborescent galleries of tall Salix alba, S. fragilis and Populus nigra, along medio-European lowland, hill or sub-montane rivers (44.13: Salicion albae). All types occur on heavy soils (generally rich in alluvial deposits) periodically inundated by the annual rise of the river (or brook) level, but otherwise well-drained and aerated during low-water. The herbaceous layer invariably includes many large species (Filipendula ulmaria, Angelica sylvestris, Cardamine spp., Rumex sanguineus, Carex spp., Cirsium oleraceum) and various vernal geophytes can occur, such as Ranunculus ficaria, Anemone nemorosa, A. ranunculoides, Corydalis solida. This habitat includes several sub-types: ash-alder woods of springs and their rivers (44.31 – Carici remotae-Fraxinetum); ash-alder woods of fast-flowing rivers (44.32 - Stellario-Alnetum glutinosae); ash-alder woods of slow-flowing rivers (44.33 - Pruno-Fraxinetum, Ulmo-Fraxinetum); montane grey alder galleries (44.21 - Calamagrosti variae-Alnetum incanae Moor 58); sub-montane grey alder galleries (44.22 - Equiseto hyemalis-Alnetum incanae Moor 58); white willow gallery forests (44.13 - Salicion albae). The Spanish types belong to the alliance Osmundo-Alnion (Cantabric atlantic and southeast Iberia peninsula).
2) Plants: Tree layer - Alnus glutinosa, Alnus incanae, Fraxinus excelsior; Populus nigra, Salix alba, S. fragilis; Betula pubescens, Ulmus glabra; Herb layer - Angelica sylvestris, Cardamine amara, C. pratensis, Carex acutiformis, C. pendula, C. remota, C. strigosa, C. sylvatica, Cirsium oleraceum, Equisetum telmateia, Equisetum spp., Filipendula ulmaria, Geranium sylvaticum, Geum rivale, Lycopus europaeus, Lysimachia nemorum, Rumex sanguineus, Stellaria nemorum, Urtica dioica.
3) Corresponding categories
United Kingdom classification: "W5 Alnus glutinosa-Carex paniculata woodland", "W6 Alnus glutinosa-Urtica dioica woodland)" and "W7 Alnus glutinosa-Fraxinus excelsior-Lysimachia nemorum woodland". German classification: "43040401 Weichholzauenwald mit weitgehend ungestörter Überflutungsdynamik", "43040402 Weichholzauenwald ohne Überflutung", "430403 Schwarzerlenwald (an Fließgewässern)", "430402 Eschenwald (an Fließgewässern)", "430401 Grauerlenauenwald (montan, Alpenvorland, Alpen). Nordic classification: "2234 Fraxinus excelsior-typ" and "224 Alskog".
4) Most of these forests are in contact with humid meadows or ravine forests (Tilio-Acerion). A succession towards Carpinion (Primulo-Carpinetum) can be observed.
5) Brunet, J. (1991). Vegetation i Skånes alm- och askskogar. Sven. Bot. Tidskr. 85:377-384.

Bundesnaturschutzgesetz § 30 Gesetzlich geschützte Biotope: Auwälder
Naturnahe Wälder und Ufergebüsche im Überflutungsbereich von Bächen und Flüssen.
Wesentliches lebensraumprägendes Element ist eine natürliche oder naturnahe Überflutungsdynamik. Je nach Wasserregime, Bodenbeschaffenheit und Höhenlage gibt es spezifische Ausbildungsformen und Vegetationsabfolgen. Typen der gewässernahen, häufig und z.T. länger überfluteten Weichholzaue und Weidenwälder mit Silber- und Bruchweide (Salicion albae) ferner ufersäumende Eschen-, Schwarzerlen-, Grauerlenwälder (Alno-Ulmion pp.) sowie Weidengebüsche mit z.B. Mandelweide (Salix triandra), Lavendelweide (Salix eleagnos) und Tamariskengebüsch (Myricarietum germanicae). An kürzer bis sporadisch überfluteten Standorten der Hartholzaue wachsen Bergahorn-, Eschen-, Stieleichen-Hainbuchen-, Eichen-Eschen- und Eichen-Ulmen-Auwälder (Carpinion p.p., Alno-Ulmion p.p.), im Voralpenland auch Kiefern-Auenwälder (Erico-Pinion).

Definition für NRW (gilt im Zusammenhang mit den u.st. definitorischen Rubriken): Subtyp a. Fließgewässer begleitende sowie quellige, durchsickerte Schwarzerlen- und Eschenauwälder in Tälern oder an Talhangfüßen
Subtyp b. Weichholzauen mit Baum-Weidengalerien (Salicion albae) an regelmäßig und oft länger überfluteten Ufern größerer Flüsse
Galerieartige Ausbildungen mit meist nur ein- oder zweireihigen, seltener mehrreihigen Ufergehölzen aus den lebensraumtypischen Baum- bzw. Straucharten gehören zum LRT 91E0*, sofern sie auf allochtonen oder autochtonen Auenböden stocken, wasserzügig oder regelmäßig überflutet und von auenwaldtypischen Arten geprägt sind, wobei mindestens eine der lebensraumtypischen Arten der Krautschicht mit mehr als 1% Deckung und m.o.w. gleichmäßig verteilt vorhanden sein muss.
Erlenbruch- und Erlensumpfwälder außerhalb des Überflutungsbereiches der Fließgewässer, aber innerhalb der morphologischen Aue zählen nur zum Lebensraumtyp, wenn diese in Verbindung mit Quellabflüssen, quelligem Hangdruckwasser oder ziehendem Grundwasser („Durchströmungsmoor“) vorkommen.
Bei den Weidenauenwäldern und -gebüschen der Weichholzauen größerer Flüsse ist eine regelmäßige Überflutung bzw. Überstauung durch Qualmwasser Voraussetzung für die Zuordnung zum LRT.
Einreihige, lückige Bestände (z.B. als Folge von Überweidung) sowie schmale Ufergehölze und Galeriewälder in der Agrarlandschaft (z.B. Neuanlage im Rahmen von Flurbereinigungsverfahren) ohne Kronenschluss und ohne typische Waldarten sind als Baumreihen zu werten und gehören nicht zum LRT.
Ausgeschlossen sind überdies Weidenufergehölze auf befestigten Böschungen der Flüsse.

Verlust des LRT-Status:
Der LRT 91E0* liegt nur dann vor, wenn ein Anteil von mindestens 70% lebensraumtypischer Baumarten in der 1. und/oder 2. Baumschicht und/oder der Strauchschicht vorhanden ist. Hohe Bäume dürfen nicht gänzlich fehlen. Außerdem muss mindestens eine der lebensraumtypischen krautigen Arten mit mehr als 1% Deckung und m.o.w. gleichmäßig verteilt vorhanden sein.
Im Falle beider Subtypen, a und b, gilt Impatiens glandulifera bei Auftreten mit einer Deckung von mehr als 25% zur Zeit des Entwicklungsoptimums als Beeinträchtigung (invasiver Neophyt), ohne dass der LRT-Status deshalb verloren geht.
Im Falle der Erlen- und Eschenauenwälder (Subtyp a) gilt Urtica dioica nicht als LR-typische Art und bei Auftreten mit einer Deckung von mehr als 50% zur Zeit des Entwicklungsoptimums als Beeinträchtigung (Eutrophierungszeiger), ohne dass der LRT-Status schon verloren geht.
Der Verlust des LRT-Status ist gegeben, wenn der nicht lebensraumtypische Baumartenanteil mehr als 30% in der Baum- und Strauchschicht erreicht.

Subtyp a) Vorkommen an Bächen und kleinen Flüssen des Tief- und Berglandes (Schwarzerlen- und Eschen- Auen- und Uferwälder) mit quelligen oder wasserzügigen Böden, seltener überflutet, mitunter jedoch auffallende Flutwälle bildend.
Subtyp b) Vorkommen in der regelmäßig und oft länger überfluteten bzw. durch Qualmwasser geprägten Aue größerer Flüsse (Baum-Weiden-Auenwälder).
Beide Subtypen auf autochthonen oder allochthonen Auenböden, vorwiegend Auenrohböden, außerdem auf Nass- und Anmoorgley, Hanggley oder Auengley.

AC0 = Schwarzerlenwald
AC1 = Schwarzerlenmischwald mit heimischen Laubbaumarten
AC2 = Schwarzerlenmischwald mit nicht heimischen Laubbaumarten
AE0 = Weidenwald
AE1 = Weidenmischwald mit heimischen Laubbaumarten
AG2 = Sonstiger Laubmischwald einheimischer Arten (ohne dominante Art)
AM0 = Eschenwald
AM1 = Eschenmischwald mit heimischen Laubbaumarten
AU0 = Aufforstung, Pionierwald
BB11 = Gebüsche und Strauchgruppen mit vorwiegend heimischen Straucharten
BB12 = Gebüsche und Strauchgruppen mit vorwiegend nicht heimischen Straucharten
BE5 = Ufergehölz aus heimischen Laubbaumarten

stw = quellig, durchsickert UND/ODER stv1 = regelmäßig, mindestens jährlich überflutet
stv2 = auf Auwaldstandort

ga3 = fließgewässerbegleitend, gd = Gebüsch, Pionier-, Vorwaldstadium, os = gesellschaftstypische Artenkombination vorhanden, ta = starkes Baumholz (BHD 50 bis 80 cm), ta1 = mittleres Baumholz (BHD 38 bis 50 cm), ta11 = sehr starkes Baumholz (BHD 80 bis 100 cm), ta12 = Blöße, ta2 = geringes Baumholz (BHD 14 bis 38 cm), ta3 = Stangenholz (BHD 7 bis 14 cm), ta4 = Dickung (BHD bis 7 cm), ta5 = Jungwuchs (Pflanzung oder Naturverjüngung), td = Niederwaldstrukturen erkennbar, vf0 = Beweidung

Eu-/ Hypertrophierungszeiger:
Urtica dioica (Grosse Brennessel)
a1) Schwarzerlen- und Eschenauenwälder Hauptbaumarten:
Alnus glutinosa (Schwarz-Erle), Fraxinus excelsior (Esche), Prunus padus (Traubenkirsche)
a2) Schwarzerlen- und Eschenauenwälder Neben- und Pionierbaumarten:
Salix fragilis (Bruch-Weide)
a2.1) Schwarzerlen- und Eschenauenwälder Neben- und Pionierbaumarten: Ab 200 m ü. NN:
Acer pseudoplatanus (Berg-Ahorn), Ulmus glabra (Berg-Ulme)
a3) Schwarzerlen- und Eschenauenwälder Straucharten:
Salix triandra (Mandel-Weide), Salix viminalis (Korb-Weide)
a4) Schwarzerlen- und Eschenauenwälder Krautige Arten:
Angelica sylvestris s.l. (Gewöhnliche Wald-Engelwurz), Caltha palustris (Sumpf-Dotterblume), Cardamine amara (Bitteres Schaumkraut), Cardamine pratensis (Wiesen-Schaumkraut), Carex pendula (Hängende Segge), Carex remota (Winkel-Segge), Carex strigosa (Dünnährige Segge), Carex sylvatica (Wald-Segge), Chaerophyllum hirsutum (Rauhhaariger Kälberkropf), Chrysosplenium alternifolium (Wechselblättriges Milzkraut), Chrysosplenium oppositifolium (Gegenblättriges Milzkraut), Circaea intermedia (C. alpina x lutetiana) (Mittleres Hexenkraut), Cirsium oleraceum (Kohl(-Kratz)distel), Crepis paludosa (Sumpf-Pippau), Equisetum sylvaticum (Wald-Schachtelhalm), Equisetum telmateia (Riesen-Schachtelhalm), Festuca gigantea (Riesen-Schwingel), Filipendula ulmaria (Echtes Mädesüss), Geum rivale (Bach-Nelkenwurz), Lycopus europaeus (Ufer-Wolfstrapp), Lysimachia nemorum (Hain-Gilbweiderich), Matteuccia struthiopteris (Straussfarn), Paris quadrifolia (Einbeere), Petasites hybridus (Gemeine Pestwurz), Phalaris arundinacea (Rohr-Glanzgras), Rumex sanguineus (Blut-Ampfer), Solanum dulcamara (Bittersüsser Nachtschatten), Stachys sylvatica (Wald-Ziest), Stellaria nemorum (Hain-Sternmiere)
a4.1) Schwarzerlen- und Eschenauenwälder Krautige Arten: (Nur im Erlensumpfwald)
Carex acutiformis (Sumpf-Segge)
b1) Weidenauenwälder: Hauptbaumarten:
Populus nigra (Schwarz-Pappel), Salix alba (Silber-Weide), Salix fragilis (Bruch-Weide), Salix rubens (S. alba x fragilis) (Hohe Weide)
b2) Weidenauenwälder: Neben- und Pionierbaum- und Straucharten:
Salix purpurea (Purpur-Weide), Salix triandra (Mandel-Weide), Salix viminalis (Korb-Weide)
b3) Weidenauenwälder: Krautschicht:
Angelica sylvestris s.l. (Gewöhnliche Wald-Engelwurz), Rubus caesius (Kratzbeere), Urtica dioica (Grosse Brennessel)

Urtica dioica (Grosse Brennessel)
Störzeiger (Erlen-Eschenauenwälder):
Heracleum mantegazzianum (Herkulesstaude), Impatiens glandulifera (Drüsiges Springkraut), Reynoutria spec. (Staudenknöterich)
Störzeiger (Weidenauenwälder):
Heracleum mantegazzianum (Herkulesstaude), Impatiens glandulifera (Drüsiges Springkraut), Reynoutria spec. (Staudenknöterich)

Verband: Salicion albae - SAN-V
Ass./Ges.: Salicetum triandro-viminalis - STRI (Korbweiden-Mandelweiden-Gebüsch)
Ass./Ges.: Salicetum albae - SAL (Silberweidenwald)
Verband: Alnion incanae - ALIN-V
Ass./Ges.: Stellario nemorosae-Alnetum glutinosae - ST-A (Hainmieren-Erlen-Auwald)
Ass./Ges.: Carici remotae-Fraxinetum - C-FR (Winkelseggen-Eschenwald)
Ass./Ges.: Pruno padi-Fraxinetum - P-FR (Traubenkirschen-Erlen-Eschenwald)
Verband: Alnion glutinosae - AN-V
Ass./Ges.: Carici laevigatae-Alnetum - CL-A (Moorseggen-Erlenwald, quellig durchsickert)
Subassoziation: Carici elongatae-Alnetum cardaminetosum amarae - CE-Ac (Walzenseggenerlenbruchwald, quellig durchsickert)
Ass./Ges.: Sphagno palustris-Alnetum - SPH-A (Torfmoos-Erlenauenwald, quellig durchsickert)

Standörtlich naheliegende Missverständnisse:
Abgrenzung zu LRT NAC0:
Erlenbruch- und -sumpfwälder werden nicht dem LRT NAC0, sondern dem LRT 91E0 und zugeordnet, wenn sie im Überflutungsbereich eines Fließgewässers stocken. Gleiches gilt auch für die Vorkommen außerhalb des Überflutungsbereiches der Fließgewässer, aber innerhalb der morphologischen Aue, wenn sie in Verbindung mit Quellabflüssen, quelligem Hangdruckwasser oder ziehendem Grundwasser („Durchströmungsmoor“) stehen und typische Arten der quelligen Bruch-und Sumpfwaldausbildungen aufweisen (z.B. Angelica sylvestris, Caltha palustris, Crepis paludosa, Cardamine amara, Carex remota, Filipendula ulmaria, Ranunculus repens).
Erlenbruch- und Erlensumpfwälder ohne Anbindung an einen Quellbach, in denen der Einfluss des fließenden Wassers jedoch gegenüber stagnierenden Wasserverhältnissen (Niedermoore und staunasse mineralische Standorte) in den Hintergrund tritt, werden dagegen dem LRT NAC0 zugeordnet.
Abgrenzung zu LRT 9110, 9130, 9160:
Der Anteil der lebensraumtypischen Baumarten (Erlen- und Eschenauenwälder) muss mindestens 50% betragen.
Abgrenzung zu LRT 91F0:
Dominieren entlang größerer Flüsse in Auen mit Überschwemmungsdynamik die Baumarten der Hartholzauenwälder (Quercus robur, Ulmus laevis, Ulmus minor, Fraxinus excelsior), dann wird der LRT 91F0 kartiert.
In Bach- und kleineren Flussauen mit Überschwemmungsdynamik und Vorherrschen der Schwarzerle oder Esche ist bei Zutreffen der Kriterien LRT 91E0 zu kartieren.

Dies sind Hinweise für die Kartierung, damit im Gelände die definitionsrelevanten Eigenschaften einer Biotoptypenfläche optimal erkannt und identifiziert werden kann.

Biogeographische Anmerkungen:

Link zur Verbreitungskarte:
http://ffh-bericht-2013.naturschutzinformationen.nrw.de/ffh-bericht-2013/de/nrw-bericht-karten/anhang-d/lrt/91E0/atl

Aktuelle Änderungen der Kartiermethode:
2019-04-01: Ausnahmeregelung für Impatiens glandulifera mit mehr als 25% eingeführt => kein LRT-Verlust
2018-12-20: Bereich Biotoptypen "AU0 = Aufforstung, Pionierwald" ergänzt
2017-04-13: Ergänzung obligater Zusatzcode: "stv2 -auf Auwaldstandort"
2016-08-30: Ergänzung Zusatzcodes, bei Zutreffen anzugeben: "ga3 - fließgewässerbegleitend"
2016-03-24: "Ausschließlich zulässige NRW-Biotoptypen" BB0 gestrichen, BB11, BB12 neu aufgenommen
März 2015: "Ausschließlich zulässige NRW-Biotoptypen" "AG2" neu aufgenommen

Biotopkataster - Kartierung:
Der Lebensraumtyp ist immer als schutzwürdiger Biotop zu erfassen.
Kartiergegenstand ist der Lebensraumtyp einschließlich seiner verschiedenen Alters- und Sukzessionsstadien.
Im Zuge der Abgrenzung von schutzwürdigen Biotopen sind Erlen-Eschen- und Weichholz-Auenwälder großflächig als Komplexe zusammenzufassen, sofern der Anteil von Wald-Biotoptypen mit lebensraumtypischen Baumarten größer als 50% ist. Waldrandstrukturen sind mit Waldmantel und Waldsäumen in die Abgrenzungen einzubeziehen. Bestände mit bis zu 30% nicht lebensraumtypischen Arten in der Baum- und Strauchschicht können noch eingeschlossen werden.
Alle 91E0* -Biotope erfahren eine Biotoptypenkartierung, die in allen Fällen als "Gesetzlich geschützte Biotope" gekennzeichnet und in den Sachdaten im BK-Dokument zusammengefasst und ggf. aggregiert werden.
Bei Zutreffen der Kartierkriterien sind die Waldsäume mit Hochstaudenfluren des LRT 6430 separat zu erfassen.

Biotoptypenkartierung

• z.B. in FFH-Gebieten, Naturschutzgebieten, Geschützten Biotopen, NSG-würdigen Biotopen:
Der Lebensraumtyp 91E0* wird in jedem Fall der Biotoptypenkartierung unterzogen. Die Pflanzenarten sind mit ihren Häufigkeiten nach Schichten getrennt zu erfassen.
Kartierungsgegenstand ist der Lebensraumtyp mit allen Alters- und Sukzessionsstadien. Geschlossene Bestände ab Dickungsalter ohne Krautschicht sind dem LRT zuzurechnen. Erstaufforstungen auf landwirtschaftlicher Flächen (Grünland, Acker) sind LRT, sobald in der Krautschicht lebensraumtypische Arten vorherrschen bzw. gleichzeitig nicht lebensraumtypische Arten zurückgedrängt sind.
Bei Vorhandensein von den Lebensraumtyp charakterisierenden Vorwald- und Pionierwaldstadien ist die Fläche entsprechend des vorliegenden Biotoptyps mit dem Zusatzcode „ Pionierwald“ zu codieren.
Die Ergebnisse werden in allen Fällen in Objekte des Fachkatasters „Schutzwürdige Biotope“ übertragen oder aggregiert.
Der LRT 91E0* erfährt in FFH-Gebieten in jedem Fall eine Erhaltungszustandsbewertung einschließlich einer Dokumentation der Einzelparameter.
Bei entsprechenden Standortverhältnissen sind auch Weidengehölze ausschließlich aus Strauchweiden (Salicetum triandro-viminalis) als Sukzessionsstadien von Weidenauenwäldern (Salicion albae) an Flussufern mit Überflutungsdynamik zu kartieren und in die Abgrenzung einzubeziehen; Teilflächen mit hohen Bäumen sollten jedoch in räumlicher Nähe vorliegen.
Einbezogen werden derartige Weidengehölze auch als Vorwaldstadien von Erlen- und Eschenauenwäldern an kleineren Flüssen und Bächen, trotz der hier meist nicht gegebenen typischen Überflutungsdynamik, sondern ausgeprägter Durchflutung.
Aufgrund der hohen natürlichen Dynamik von Weidenauenwäldern (Salicion albae) sind kleinflächige mosaikartige Komplexe verschiedener Altersstadien typisch, die nicht getrennt werden sollten.
• in Maßnahmenkonzepten (MAKO)
Im MAKO erfolgt die Biotoptypenkartierung mit dem Ziel der Ableitung von Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen.
Außerhalb von Wäldern wird grundsätzlich flächendeckend kartiert. Bei Wäldern erfolgt eine BT-Kartierung in der Regel nicht flächendeckend, sondern beinhaltet eine normale BT-Kartierung der Lebensraumtypen gemäß FFH-Richtlinie und der § 30 – Biotope sowie eine im Aufwand reduzierte Erfassung von „Entwicklungsflächen“. Unter Entwicklungsflächen werden Bereiche jenseits von LRT und Geschützten Biotopen verstanden, in denen innerhalb des Planungszeitraumes Maßnahmen zur Entwicklung in Richtung LRT oder § 30 Biotop durchgeführt werden sollen/können. In den Entwicklungsflächen werden nur der jeweilige Haupt-Biotoptyp und die vorkommenden Wuchsklassen erfasst, um daraus handlungssteuernde Schlüsse ziehen zu können. Bei allen BT sind auch Beeinträchtigungen zu erfassen und gemäß Arbeitsanleitung zu codieren. In den Wald-BT der Lebensraumtypen ist im Rahmen der Bewertung des Erhaltungszustandes die jeweils bestimmende Wuchsklasse aufzunehmen, die den Charakter des jeweiligen BTs ausmacht. Gleichzeitig sollen naturschutzfachliche Maßnahmenvorschläge festgehalten werden. Nähere Einzelheiten zum Vorgehen enthalten die zu den Fachthemen bereitgestellten Arbeitsanleitungen und EDV-Benutzerhandbücher unter: http://88.198.49.242/mako/install/
• z.B. in ÖFS-Flächen und im Biotop-Monitoring (BM):
Auf ÖFS-Untersuchungsflächen werden alle vorkommenden Biotoptypen flächenscharf, somit auch alle FFH-Lebensraumtypen, erfasst und kartiert. Benachbarte unterschiedliche Strukturtypen desselben Biotoptyps werden gesondert erfasst. Die Erfassung von Biotopkomplexen bzw. Kettenbiotopen ist nicht zulässig. Weitere Strukturparameter, die immer erhoben werden müssen, sind:
- Biotopwert
- Bestandesstrukturen
- Sonderstrukturen (aus historischer Nutzung)
- Nutzungseigenschaften
- Wuchsklassen
- Wasserhaushalt
- Sonderstandort
- Beeinträchtigungen
- Maßnahmen
- Deckung der Pflanzenarten, getrennt nach 1.- und 2. Baum- Strauch- und Krautschicht

Im Biotopmonitoring (BM) NRW werden die Vorkommen der Erlen-Eschen-Auenwälder aufgrund der Häufigkeit nicht erfasst. Weichholz-Auenwäldern werden aufgrund ihrer Seltenheit in NRW einem repräsentativen Stichprobenverfahren unterzogen. siehe LINK zur ÖFS/ BM- Kartierung


Alle Wälder gehören nicht zur Agrarlandschaft und werden daher im Rahmen des High Nature Value Farmland- Indikators (HNV) mit 0 bewertet. Ausnahme: Kleingehölze < 1 Hektar können in ihrer Ausprägung als „Feldgehölze“ gezählt werden. Sie gehören damit zur Agrarlandschaft.

LINK zur Kartieranleitung ÖFS/BM:
http://methoden.naturschutzinformationen.nrw.de/methoden/web/babel/media/oefs-erhebungsb%C3%B6gen.zip

LINK zur Bewertungsmatrix:
https://www.lanuv.nrw.de/natur/eingriffsregelung/numerische_bewertung_von_biotoptypen/